Marie-Luise’s Weihnachten

Marie-Luise, die Frau von Gianluca, feiert Weihnachten ganz traditionell mit ihrer Familie – nämlich der Großfamilie – im Haus ihrer Eltern.

Was gibt es zu essen? Immer dasselbe oder immer wieder anders?

Am Abend, alle in Tracht, packen wir die Geschenke aus und trinken hausgemachten Zirbenschnaps und essen Vanillenkipferl und andere hausgemachte Kekse. Am 24. zum Abendessen gibt es ein Hauptgericht, das ein Familienmitglied abwechselnd schon in November entschieden hat. Letztes Jahr war Gianluca dran und hat sich für einen geräucherten Saibling entschieden. Suppe ist immer die gleiche: Rindsuppe mit Milzschnitten. Nachspeise auch immer die gleiche: Erdbeercreme.

Wie, wo und mit wem feierst du Weihnachten? Gibt es da ein Programm, bestimmte Traditionen?

Wir feiern im großen alten Haus von meinen Eltern. Hier ist das Programm penibel organisiert: Mein Vater bastelt den Weihnachtsbaum immer gleich. Er hat sogar Fotos vom Baum gemacht, damit die Dekos immer gleich ausschauen. Die Kugeln sind 100 Jahre alt, der Tannenbaum echt und groß bis zur Decke. Es gibt auch unzählige Krippen, die er sammelt. Ich habe bis 22 Krippen aller Arten, Größen und Formen gezählt! Minimalistische, aus Seife, Mini, aus Holz geschnitzt, emailliert, ganz alt (die Älteste ist von ca. 1790), ganz modern usw. In der Christnacht verteilt er am Boden die silbernen „Haare“ vom Christkind und das gilt für die Kinder als Beweis, dass das Christkind gekommen ist (er mag den Weihnachtsmann gar nicht). Die Türen zum Wohnzimmer sind immer abgedeckt und wir dürfen den Baum vorher nicht sehen. Mein Vater zündet dann die Kerzen an und er klingelt die Glocke.

Außerdem räuchern wir auch immer das Haus aus. Das passiert am 24./31. Dezember und am 6. Jänner – also bei allen 3 Rauhnächten. Hier gehen wir mit einer Weihrauchpfanne & Weihwasser von Raum zu Raum und beten das Ave Maria. Jeder Raum bekommt dann ein Kreuz mit dem Weihwasser. Am Nachmittag gehen meine Eltern mit den kleinen Kindern in die Kinderandacht und danach holen wir sie von der Kirche ab und gehen auf den Friedhof („Friedhofsralley“). Um Mitternacht gehen wir in die Mette und danach gibt es bei uns im Haus Bratwürstel mit Sauerkraut.

Wie hast du das Weihnachten deiner Kindheit in Erinnerung? Welche Sinneseindrücke haben sich besonders eingeprägt?
Die Glocke für das Christkind. Die Kindermesse. Gemeinsames Singen. Die Haare des Christkinds suchen. Der Geruch von Weihrauch.

Inwiefern unterscheidet sich dein Weihnachtsfest als Erwachsener von deinen Erinnerungen als Kind?
Ich weiß, dass es das Christkind nicht wirklich gibt…

 


Gerne kannst du mir deine Antworten auf die Fragen per Mail an sarahskochbuch@gmx.at schicken. Wenn du mir noch deinen Namen dazu schreibst, werde ich den Beitrag gerne in der Reihe veröffentlichen.

An Weihnachten verzichte ich so gut wie möglich auf mein Handy, aber da ich auf Instagram nie wirklich verzichten kann, poste ich unter dem Hashtag #sarahsweihnachten was gegessen und erlebt wird.

 

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