Halbzeit „Vegan Challenge“

Heute ist der  14. Oktober, also genau Halbzeit in meiner „Vegan Challenge“ in der ich mich einen Monat lang vegan ernähre. Sinn des Experiments ist es herauszufinden, ob man sich ohne tierische Produkte im Magen wirklich besser fühlt – nämlich nicht nur psychisch (weil ethisch korrekt), sondern vor allem körperlich gesehen. Verzichtet habe ich also auf tierische Produkte wie Käse, Eier, Milch, Fleisch usw. aber nicht auf Honig und Hefe. Ein bis zwei Wochen vor Beginn des Experiments habe ich mich über Nährstoffe und leckere Rezepte informiert. Von Anfang an ist bei mir festgestanden, dass ich weiterhin so saisonal und natürlich wie möglich essen möchte. Es gab also keinen Seitan, Sojaschnetzel und ähnliches.

Was habe ich also gegessen?
Milch wurde durch Hafermilch bzw. Mandelmilch ersetzt, Butter durch Margarine (mit Omega-3-Zusatz) und Eier habe ich einfach vermieden bzw. in Backwaren durch selbstgemachtes Apfelmus ersetzt. Ich habe zwar im MaranVEGAN (toll ausgerüsteter Vegan-Shop in der Nähe vom Westbahnhof) ein Eiersatzpulver gekauft, aber bis jetzt noch nicht verwendet. Um wichtige Nährstoffe wie Vitamin B12 nicht zu verabsäumen, habe ich außerdem ein Green Smoothie Pulver benutzt, dass so gut wie alles abdeckt. Auch Nährstoffe, die auch der „normale Omnivore“ durch normale Ernährung nicht unbedingt zu sich nimmt. Sehr gefreut habe ich mich übrigens, dass Tortilla-Wraps und Senf vegan sind. Sonst habe ich viele Salate und gebratenes Gemüse gegessen. Gestern habe ich mir mit veganem Käse (Pizzaschmelze) einen Käsetoast gemacht und das hat sogar echt gut geschmeckt. Auf meinem Instagram-Account „sarahskochbuch“ habe ich viele Fotos gepostet!

Wie ging es mir körperlich?
Bis jetzt geht es mir ganz gut. Mein Bauch fühlt sich auf jeden Fall in der Früh flacher an und selbst wenn ich mich vollstopfe, habe ich nicht mehr dieses Gefühl als ob mein Bauch aus Zement wäre. Kein Foodcoma mehr 😉 Leider sind aber auch die mir von allen Seiten prophezeiten Blähungen eingetreten, die irgendwie kein einziger veganer Blogger anspricht (mir ist es zugegeben auch etwas unangenehm). Abgenommen habe ich nichts, aber das war ja auch nicht das Ziel (obwohl ich mich nicht geärgert hätte, wenn ein paar Kilos gepurzelt wären).

Wie ging es mir psychisch?
Wunderbar! Es ist ein furchtbar befreiendes Gefühl nicht mehr Teil der sadistischen Tierindustrie zu sein. Allerdings wurde ich vor allem in meinem beruflichen Umfeld oft blöd von der Seite angesprochen, warum ich „mir den Scheiss überhaupt antue“. Freunde und Bekannte waren da schon etwas aufgeschlossener und vor allem mein Freund unterstützt mich dabei sehr! Er isst teilweise auch alles so mit wie ich es für mich zubereite.

Irgendwelche Entdeckungen?
Mandelmilch schmeckt nur gut im Kaffee, wenn man sie vorher auch erhitzt. Kalt ist sie einfach nur ekelhaft. Leider ist es auch nicht so einfach pflanzliche Milch in einem Café zu bekommen und Soja-Milch ist für mich geschmacklich keine Alternative. Ich bin also eine Milch-Zicke geworden 😉 Orientalisches Essen ist oft vegan, obwohl man es gerade da am wenigsten erwartet. Pita, Hummus, Baba Ganouj, Muhammara und Falafel sind vegan! Ein wahrer Hochgenuss!

Rückfälle?
Ja, leider gab es am Wochenende einen Rückfall. Ich war auf einer Party, habe zu viel Gin Tonic getrunken und ein Ei-Tramezzini gegessen. Am nächsten Tag hatte ich einen Mordskater und ein schlechtes Gewissen, also habe ich den Sonntag zum Ausnahmetag erklärt und gemeinsam mit anderen Verkaterten die Reste des Partyessens (unter anderem meine leckeren Datteln im Speckmantel, die keinen Platz mehr am Gabentisch hatten) gegessen. Das war’s. Ich bin nicht stolz darauf und irgendwie habe ich mich damit selbst enttäuscht, denn ich wollte das Experiment mit allerhöchster Disziplin durchziehen. Der böse Alkohol 😉

Gut, 2 Wochen habe ich noch vor mir und ich habe mir vorgenommen wieder ganz diszipliniert weiter zu machen und vielleicht mal was leckeres backen? Ich muss ja endlich mein Eipulver ausprobieren!

Bis zum nächsten Mal,
eure Sarah

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5 Gedanken zu “Halbzeit „Vegan Challenge“

  1. Das mit den Blähungen geht vorbei, deswegen redet niemand darüber. In der Regel ist es nur extrem zu Beginn der Ernährungsumstellung und dann wenn man zu viel Blähendes isst, wie Hülsenfrüchte zum Beispiel. Oder aber man isst schnell verdauliche Lebensmittel wie Obst, nach schwerer verdaulichen, dann kann es auch zu Blähungen kommen, Stichwort „food combining“.

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  2. Ich denke auch, dass die Blähungen eher von dem kommen, was du nun isst (und in welcher Reihenfolge bzw. Zusammenstellung) und nicht grundsätzlich daher, dass du nun vegan lebst. Hülsenfrüchte würde ich (erstmal) sehr reduzieren (die bekömmlichsten sind übrigens Mungobohnen, aus denen man ein schönes Dhal machen kann, alle Hülsenfrüchte immer gut mit Ingwer würzen, das macht sie bekömmlicher!). Und wie oben schon erwähnt, solltest du Obst nicht gerade als Nachtisch essen, sondern am besten auf nüchternen Magen. Gutes Kauen ist auch wichtiger, als viele meinen, vor allem bei Rohkost. Ja, und eben nicht alles durcheinander essen, weniger ist halt oft mehr 😉 Nach einem üppigen Essen kann man gut Kardamom kauen, das wirkt bei mir zumindest besser als ein Schnaps 😉

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